Wie man einer Katze Medizin verabreicht...

Im Ernst...

Katzen und Medizin sind ein Kapitel für sich. Ich zum Beispiel weigere mich kategorisch Tabletten zu Schlucken die mir aufgezwungen werden. Ich bin ja nicht blöd - ich behalte die Tablette dann einfach in der Backentasche, bis niemand mehr guckt, und spucke das blöde Ding dann hinter die Heizung. Und wenn gar nichts mehr hilft, gehe ich nach draußen oder zum Papyrus und fresse etwas scharfkantiges Gras, das Brechreiz hervorruft. So werde ich sogar Tabletten wieder los, die ich schon geschluckt habe. Gut, nicht? Ich finde das ziemlich schlau, nur meine Menschen regen sich immer darüber auf. Naja, aber wenn man lieb fragt und mir etwas zu der blöden Tablette anbietet, lasse ich mit mir reden. Andere Artgenossen sind da nicht so... stolz. (Hüstel.) Ich verrate ein paar Tricks, mit denen Tabletten nehmen nicht so schlimm ist:

 

  • Wenn die Tablette nicht zu intensiv schmecken, kann man sie zu Pulver zerreiben und unter ein bisschen Thunfisch mischen. Der schmeckt selbst so intensiv, da mache ich das mit. Wenn ich mal Antibiotika nehmen musste, habe ich die immer in Dosenmilch genommen (Vorsicht, manche Katzen bekommen davon Durchfall - dann besser Katzenmilch nehmen). Meine Menschen denken dann zwar, ich würde das nicht merken, aber das stimmt natürlich nicht. Kumpels von mir nehmen Tablette lieber unter Leber gemischt, oder die ganzen Tabletten einfach fest in ein Käseeckchen gedrückt. Das muss dann aber so klein sein, dass man es mit einem Happs herunterschlucken kann. Wenn man gierig genug ist (wie die meisten Hunde ;-), bemerkt man die Tablette dann nicht.

  • Da ich ja Freigänger bin und mit allerhand anderen Tieren zusammenkomme (Artgenossen, Igel, Mäuse...), muss ich auch regelmäßig entwurmt werden. Die Mittel schmecken einfach widerlich. Hier ein Appell an die Pharmaindustrie: probiert Ihr das Zeug eigentlich mal? Wieso soll das jemand schlucken, der sich Katzenwohl fühlt und dem man nicht erklären kann, dass das Vorsichtshalber und nur zu seinem besten ist? Naja, zurück zum Thema. Es gibt da ein Entwurmungsmittel in Tablettenform (kleine Kügelchen), das mit einer Art Katapultspritze ausgeliefert wird. Man füllt da einfach die Kügelchen in die Spritze, und dann drückt der Mensch hinten auf den Stempel. Die Pillen kommen dann so schnell aus der Spritze hinten gegen den Gaumen "geschossen", dass ich automatisch schlucken musste. Das ging so schnell, dass ich mich gar nicht aufregen musste und die Tabletten auch nicht geschmeckt habe. Fies aber gut.

  • Für ganz hartnäckige Fälle gibt es auch noch einen speziellen Griff, mit dem man Katzen festhalten kann um Tabletten zu verabreichen. Den bekommen die Menschen von Ihrem Tierarzt gezeigt.

Was passiert, wenn man dies alles nicht beachtet, habe ich von einem Kumpel erzählt bekommen, aufgeschrieben von Peggy Althoff*. Seine Menschin hat die folgende Anleitung zur Verabreichung von Medikamenten befolgt: (ACHTUNG!: die Anleitung ist nicht ernst gemeint und sollte mit Ausnahme von Punkt 1 auf gar keinen Fall nachgemacht werden, auch nicht auszugsweise!!!!!)

 

und absolut fehlgeleitet...

Katze

  1. Nehmen Sie die Katze auf und wiegen Sie sie sanft in der Beuge Ihres linken Arms, wie wenn Sie ein Baby halten würden. Setzen Sie Ihren rechten Zeigefinger und Daumen an den beiden Seiten des Katzenmäulchens an und üben Sie sanften Druck auf die Wangen aus, während Sie die Pille in der rechten Hand halten. Sobald die Katze ihr Mäulchen öffnet, lassen sie die Pille in hineinfallen. Gestatten Sie nun der Katze das Mäulchen zu schließen und zu schlucken.

  2. Sammeln Sie die Pille vom Boden auf und die Katze von hinter dem Sofa. Betten Sie die Katze in ihrem linken Arm und wiederholen Sie den Vorgang.

  3. Hohlen Sie die Katze aus dem Schlafzimmer und schmeißen Sie die durchgeweichte Pille weg. 

  4. Nehmen Sie eine neue Pille aus der Packung, betten Sie die Katze in ihrem linken Arm und halten Sie die Hinterpfoten fest in der linken Hand. Zwingen Sie die Kiefer der Katze auseinander und stopfen Sie die Tablette mit dem rechten Zeigefinder weit nach hinten in das Katzenmäulchen. Halten sie das Katzenmäulchen zu und zählen Sie bis Zehn.

  5. Hohlen Sie die Tablette aus dem Goldfischglas und die Katze von der Hutablage Ihrer Garderobe. Rufen Sie Ihren Mann aus dem Garten herein.

  6. Knien Sie sich auf den Boden, wobei Sie die Katze fest zwischen Ihre Knie klemmen. Halten Sie Vorder- und Hinterläufe fest. Ignorieren Sie das tiefe Knurren, das nun von Ihrer Katze ausgestoßen wird. Bringen Sie Ihren Mann dazu, den Kopf der Katze mit einer Hand gut festzuhalten, während er mit der anderen Hand ein Holzlineal in das Maul der Katze zwingt. Lassen sie die Tablette das Holzlineal herunterrollen, und massieren Sie energisch den Hals der Katze.

  7. Hohlen Sie die Katze von der Vorhangstange herunter und nehmen sie eine neue Tablette aus der Packung. Machen Sie sich eine Notiz, dass Sie ein neues Lineal kaufen müssen und die Vorhänge flicken. Fegen Sie sorgfältig die kaputten Nippesfiguren und Vasen vom Kaminsims und legen Sie sie beiseite, um sie später zu Kleben.

  8. Wickeln Sie die Katze in ein großes Handtuch ein und bringen Sie Ihren Mann dazu, sich auf die Katze zu legen, so dass gerade noch der Katzenkopf aus seiner Armbeuge hervorschaut. Legen Sie die Tablette in das eine Ende eines Trinkstrohhalms, zwingen Sie das Katzenmäulchen mit Hilfe eines Stifts auf und pusten sie die Tablette durch den Strohhalm hinunter.

  9. Lesen Sie auf dem Beipackzettel nach, um sich zu vergewissern, ob die Tabletten nicht schädlich sind für Menschen. Spülen sie den ekligen Nachgeschmack mit einem Bier hinunter. Verarzten Sie den Unterarm Ihres Mannes mit Heftpflastern und entfernen Sie mit Hilfe von kaltem Wasser und Seife das Blut aus Ihrem Teppich.

  10. Hohlen Sie die Katze aus dem Geräteschuppen Ihres Nachbarn. Hohlen Sie eine weitere Tablette. Machen Sie noch ein Bier auf. Stecken Sie die Katze in den Schrank und schließen Sie die Türe so, dass nur der Kopf der Katze noch herausschaut. Zwingen Sie das Maul der Katze mit einem Dessertlöffel auf. Flittschen Sie die Tablette mit Hilfe eines Gummis in der Hals der Katze.

  11. Hohlen Sie einen Schraubenzieher aus der Garage und schieben Sie die Schranktür wieder zurück in seine Angeln. Noch ein Bier. Hohlen Sie sich eine Flasche Scotch. Giessen Sie sich einen ein, trinken Sie. Drücken Sie eine Kühlkompresse auf ihre Wange und schauen Sie nach, wann Sie zum letzten Mal gegen Tetanus geimpft worden sind. Drücken Sie eine Whiskey-Kompresse zur Desinfektion auf Ihre Wange. Trinken Sie einen weiteren Whiskey. Schmeißen Sie das T-Shirt weg und hohlen Sie eine neues aus dem Schlafzimmer.

  12. Rufen Sie die Feuerwehr an, damit sie die zitternde Katze vom Baum gegenüber hohlen. Entschuldigen Sie sich bei dem Nachbarn, der seinen Zaun umgefahren hat, als er ihrer Katze ausgewichen ist. Nehmen Sie die letzte Tablette aus der Packung.

  13. Binden sie die Vorder- und Hinterpfoten des kleinen B****'s zusammen und binden Sie ihn an ein Tischbein ihres Esszimmertisches. Hohlen sie feste Gartenhandschuhe aus dem Geräteschuppen. Drücken Sie die Tablette ins Katzenmaul, gefolgt von einem großen Stück Filet-Steak. Seien Sie grob. Halten Sie den Katzenkopf senkrecht, und spülen Sie die Tablette mit zwei Litern Wasser herunter.

  14. Konsumieren sie den restlichen Scotch. Bitten Sie Ihren Mann, Sie in die Notaufnahme zu fahren und sitzen Sie still, während der Arzt ihre Finger und die Unterarme näht und die Reste der Tablette aus ihrem Auge entfernt. Rufen Sie auf dem Nachhauseweg den Möbelhändler Ihres Vertrauens an und bestellen Sie einen neuen Esszimmertisch.

  15. Rufen Sie im Tierheim an um Bescheid zu sagen, dass sie Ihre mutierte Katze von der Hölle abholen können und fragen sie dabei gleich, ob Hamster zu vermitteln sind.
     

Hund

  1. Wickeln Sie die Tablette in Schinken, Käse oder ähnliches.

  2. Bringen Sie ihn dazu, darum zu betteln.

  3. Machen Sie sich einen schönen Tag.

Literatur

  • Katzenkrankheiten von Sigrid und Harald Theilig - ein kleines, kompaktes Büchlein über Erste Hilfe für Katzen, Pflege, Ernährung und Krankheiten.
  • Katzenkrankheiten von Rolf Spangenberg - ein kleines Büchlein über Vorbeugung von Erkrankungen und Verletzungen, welche Symptome und Verhaltensänderungen auf welche Erkrankungen hinweisen, wann man zum Tierarztgehen sollte und was man selbst tun kann.

 

Links Tiermedizin:

Die Links habe ich, angesichts der wachsenden Anzahl, auf eine eigene Seite verschoben.

Anmerkung: Die Originalversion ist ein wenig anders. "Meine" Version, die durch stille Post (email) schon deutlich erweitert worden ist, ist von meiner Menschin Steffi aus dem Englischen übersetzt worden.

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