Chaff

Die Folienwolken werden üblicherweise mit Chaff bezeichnet. Dieser Begriff kommt aus dem Amerikanischen und heißt wörtlich übersetzt Spreu.
Folienwolken werden wie die fallenden Kugeln aus aluminiumbeschichteter Mylarfolie hergestellt. Die Chaff-Folien sind deutlich dünner als die Folien fallender Kugeln. Sie werden auf Rollen gewickelt ausgeliefert. Dieses Band muss anschließend in Stücke geschnitten werden. Bei der TRAMP Kampagne wurden Folien mit 1 x 2,5 cm Fläche benutzt und ihre Dicke betrug 2,5 mm. Damit werden sie als "Light" eingestuft. Die Wahl der benutzten Folien (Dicke und Fläche) bestimmt den Höhenbereich, in dem die Chaff Daten liefern können - in unserem Fall ca. 92 bis 75 km. Das Schneiden der Folien erfolgt mit einer von H.-U. Widdel entwickelten Schneidemaschine [Widdel, 1985].


Die beim Aufstieg der Rakete auftretenden Beschleunigungen sind sehr groß (max. 150-fache Erdbeschleunigung, Herstellerinformation OSC). Daher werden die Folienabschnitte beim Start an den Boden der Halbschalen gedrückt und es besteht die Gefahr, dass sie verklumpen. Dadurch würden sie wesentlich schneller fallen, als vorgesehen und die Auflösung würde sich verschlechtern. Um dies zu vermeiden, werden die Folienabschnitte während des Aufstieges der Rakete in drei Sektionen aus Fieberglashalbschalen transportiert, die durch Filzscheiben voneinander getrennt sind. Der Ausstoß der Nutzlast erfolgt analog zu den fallenden Kugeln, mit dem Unterschied, dass der Vorgang mit dem Ausstoß der Halbschalen beendet ist.


Die Folienwolkentechnik ist in Widdel [1990] beschrieben.

Literatur
Widdel, H.- U.,  Foil clouds as a tool for measuring wind structure and irregularities in the lower thermosphere, Radio Sci., 1985.

Widdel, H.-U., {Foil chaff clouds as a tool for in-situ measurements of atmospheric motions in the middle atmosphere: their flight behaviour and implications for radar tracking, J. Atmos. Terr. Phys., 52, 89-101, 1990.

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