Das nanoCAMP im Heißluftballon

Ankunft im Morgengrauen auf dem Startplatz

Endlich - die Fahrt im Heißluftballon

Anreise und Vorbereitung

Der lang ersehnte Tag. Ich muss gestehen, dass wir Betreuer uns sehr auf die Fahrt mit dem Heißluftballon gefreut haben. Auch wenn's ein bisschen weh tat. 3 Uhr Wecker klingeln. Schon wieder nur drei Stunden geschlafen. 4 Uhr: Tanja kommt, wir holen Marian ab. 4:15 Uhr Treffpunkt am Institut, Kanister und anderes Material abholen. 4:30 Uhr Treffpunkt am Studentenwohnheim, in dem die Schüler untergebracht sind. Erste Verspätung bei der Abfahrt, dann muss noch eines der Fahrzeuge tanken... Wir kommen schon eine halbe Stunde zu spät am Startplatz an. Dann wird's spannend -  die Gruppen werden eingeteilt auf die Ballone: 2 mal 8 Passagiere, ein 5er, ein 4er. Zuschauen, helfen und wie ein Kind freuen beim Vorbereiten der Heißluftballons. Und natürlich Fotos machen. 

Die Größe eines solchen Ballons ist sehr beeindruckend. Unser 8er fasst ein Volumen von 7000 m3 Luft. Und die muss man erst einmal da hineinbringen. Dazu wird die Hülle auf der Wiese ausgebreitet. Dann wird die korbseitige Öffnung von drei Leuten fest- und aufgehalten und ein großer Ventilator bläst Luft hinein (was hätten wir in den heißen Sommerwochen vorher nicht alles für einen solchen Ventilator gegeben?). Langsam nimmt die Hülle Form an. Als der Ballon schon recht prall ist, wird der Brenner betätigt, wonach der Ballon sich jeweils ein Stückchen weiter aufrichtet. Dann wird der Korb aufgerichtet und wir dürfen einsteigen. Oh, einer der anderen Ballons ist schon gestartet! Dann heben auch wir ab.

Oh jeh, schon 2 Stunden hinter dem Zeitplan. Naja, uns MPI Betreuern kann's recht sein - wir können so die tollen Eindrücke noch länger genießen. Jetzt wird's Ernst: Sicherheitsbelehrung, Anweisung zum Daten sammeln und Proben nehmen, Einsteigen und wir heben ab.

Die Fahrt

Der Start war ganz sanft. Das eigentliche Abheben merkt man gar nicht so richtig. Auf einmal werden die Autos und die Zurückgebliebenen immer kleiner. Und was ist das? Eine Straße mitten auf der Wiese? Auch nein, das ist die Start- und Landebahn - wir waren ja auf einem Segelflugplatz! Das hatte ich beim ersten Anblick der Heißluftballons total vergessen. Das ist sehr beeindruckend - eigentlich natürlich klar, dass man von hier oben besser sieht, aber da es ab wenigen Metern Höhe so windstill ist, und absolut erschütterungsfrei, merkt man sonst gar nicht so richtig, dass man immer weiter an Höhe gewinnt. Es ist sehr ruhig hier oben. Bis auf den Gasbrenner. Der ist ganz schön laut. Und es wird richtig warm am Kopf. War doch ein guter Tipp, dass wir eine Kopfbedeckung mitbringen sollten. Hm, Fahrt und Ausblick genießen. Und Daten sammeln natürlich. Wo platziert man den Temperatursensor am besten? Weit weg vom Brenner natürlich - kurz nachdem der an war stieg die Temperatur in Hüfthöhe noch um 2 Grad Celsius. Und im Schatten - die Sonne ist gerade aufgegangen. Also wird der Fühler durch eine Trittluke im Korb nach draußen gehangen. Der Drucksensor ist nicht so empfindlich, den kann man in der Hand halten. Die "Masteruhr" am Korb festhaken, damit sie nicht hinausfallen kann. Jetzt regelmäßig Daten aufschreiben, damit wir später die Höhe der planetaren Grenzschicht bestimmen können - schließlich wollen wir gerne eine Luftprobe direkt oberhalb ihrer Obergrenze nehmen, eine weit unten und eine weit darüber... Wir steigen.

Wir genießen die Landschaft, beobachten die anderen Ballons. Da wir 4 Ballone haben, die in verschiedenen Höhen fahren, lässt sich gut beobachten, dass der Wind sich mit der Höhe ändert. Dadurch driften wir nämlich etwas auseinander.

Proben sammeln

Die Pflicht ruft, wir wollen ja auch Proben nehmen. Die Temperaturunterschiede sind zu gering, die Höhe der Grenzschicht lässt sich nicht bestimmen. Oder kommen wir gar nicht aus ihr heraus? Wir steigen auf 1000 m über NN, also etwa 700 m über Grund. Dann beginnt der Abstieg. Eigentlich wäre es schön noch höher zu kommen, aber das geht wohl wetterbedingt nicht, obwohl Herr Wolf sein Bestes gibt. Dadurch sammeln wir erst recht spät die Proben, als wir schon wieder weiter unten sind. Am Sammelplatz stellen wir aber fest, dass zum Glück die anderen ihre Proben besser verteilt genommen haben. Macht also nichts. Das ist das Gute daran, ein 3faches Backup zu haben. Die anderen Piloten wundern sich über unsere Auf- und Ab-Wellenbewegung. Und dass unser Korb sich ständig um die eigene Achse dreht. Das liegt aber daran, dass wir das Fernsehteam mit an Bord haben, und der Kameramann möchte gerne mit der Sonne filmen, nicht im Gegenlicht...

Landung und Einpacken

Seufz. Ich kann es gar nicht fassen, dass es schon dem Ende der Fahrt zu geht. Das kann doch unmöglich eine ganze Stunde Fahrt gewesen sein?! Kurz vor der Landung wird es dann in mehrfacher Hinsicht spannend. Wir fliegen über einen kleinen Ort, dessen Dächer für mich Amateur doch sehr nahe kommen. Herr Wolf muss ganz schön feuern, um den Ballon auf die Wiese dahinter zu steuern. Und dann: die Schülerin, die den Temperatursensor hält sagt auf einmal "Ups!?", und beugt sich über den Rand des Korbes. "Mir ist da gerade der Messkopf heruntergefallen!" Zum Glück landen wir nur ein paar Meter weiter. Über Funk wurde die Helferin benachrichtigt, wo wir landen werden. Sie erwartet uns schon, und nahm den Ballon an "die Leine", damit er nicht direkt wieder abhob.   

"Wer zu früh aussteigt, muss zurück zum Startplatz laufen" wurde uns angedroht - denn wenn jemand aussteigt, wird der Ballon leichter und könnte wieder abheben. Dann war es aber doch (leider) so weit, wir mussten aussteigen und durften beim Einpacken wieder helfen. Oben am Ballon wurde eine Stoff-Lasche geöffnet, so dass die Luft schneller entweicht. Und dann durften wir über den Ballon rollen (wie Kinder den Hang hinunter), damit die Luft schneller entweicht. Dann zusammenpacken, mit vereinten Kräften den Ballon in den Aufbewahrungssack hieven, und darauf setzen - damit auch noch der letzte Rest Luft hinausgedrückt wird. Und nicht vergessen - den Messkopf suchen, Wir haben ziemliches Schwein gehabt, er war gut zu finden. Also, Ballon und Korb auf den Anhänger des Transporters, und zurück ging's zum Startplatz.

Frühstück und Taufe mit Erhebung in den Adelsstand der Montgolfiers

Dort wartete schon ein leckeres Frühstück auf uns. Das tat gut - Ballonfahren macht hungrig. Anschließend begann die Taufe zur Erhebung in den Adelsstand der Montgolfiers - wobei die Haare angesengt und mit Sekt gelöscht werden. Außerdem bekommt man einen neuen furchtbar langen Namen, den man ab jetzt auswendig können muss. Da wir aber mittlerweile ca. 3 Stunden hinter dem Zeitplan waren, brach unter Betreuern und nanoCampern Hektik aus, und man einigte sich auf nur repräsentative Taufen für die anwesenden Kameras. Die Camper haben trotzdem ihren Vormittagstermin komplett verpasst und mussten direkt weiter zum nächsten Event. Wir MPIler fuhren mit den Proben im Gepäck zurück ans Institut und analysierten die Kanister.

Seufz, Ballonfahrt vorbei. Was sagen die Teletubbies immer? "Noch mal! Noch mal!"

Nachsatz

Abends kam dann noch ein Anruf des Wissenschaftsredakteurs von nano, der noch einige Details für die morgige Sendung klären wollte. Ob es Ergebnisse der Messungen auf dem Campusgelände gebe, was wir gemessen haben und wie die Daten zu interpretieren seien, ob es Ergebnisse für die Ballonmessungen gäbe, ob wir sie ins Studio mitbringen könnten, bitte mit kameratauglichen Grafiken. Und der Schüler-Gaschromatograph? Wie sieht er aus? Wie groß ist er? Was kann man da sehen? Ah, davon gibt's schon Bilder online. Hm, ob wir einen schöneren Reagenzglasständer mitbringen könnten? Neue Hektik breitet sich aus. Ach ja, und bitte den Gaschromatographen so vorbereiten, dass man auch etwas zeigen kann, wenn er im Studio nicht läuft. Also vorher noch Messungen machen und aufzeichnen. Aber mittlerweile ist es 20 Uhr und wir sind müde. War doch ein langer Tag. Lieber morgen früh, als noch in letzter Minute etwas kaputt machen.

Es gibt natürlich auch heute Externer Link Bilder vom Projekttag, einen nano-online Externer Link Bericht und einen Eintrag im Externer Link Schülertagebuch.

 
Der Korb wird gelegt...

und die Seile befestigt
 
 
Dann wird der Ballon aus der Hülle gezogen.

und flach auf der Wiese ausgebreitet
 

Dann wir die Öffnung aufgehalten...

...und mit Hilfe eines großen Ventilators Luft hinein geblasen.
 
 
Innenansicht mit Blickrichtung zum Korb/Brenner

Endlich: der Ballon richtet sich auf
 
 
Alle Einsteigen, es geht los.

Blick auf einen der anderen Ballons
 
 
Stimmung im Korb

Die Welt von oben.
 
 
Probennahme - Analyse des Brennergases, damit wir wissen, was wir nicht messen können

Blick nach oben in den Ballon
 
 
Nach der Landung muss die Luft wieder aus dem Ballon gedrückt werden.

Der Ballon ist schon wieder im Sack, nun wird aber noch der Letzte Rest Luft heraus-"gesessen"
 
 

Verladen des Korbes
 

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Stefanie Wong und Michael Zehnpfennig. Copyright © 2002-2006. Alle Rechte vorbehalten.